Shanghai: Das Gute und das Schlechte daran

Gut & Schlecht

 Jetzt bin ich schon über ein halbes Jahr wieder zurück und dann noch ein Artikel über fünf Aspekte, die positive und negative Seiten haben? Nunja, den Text habe ich bereits vor etwa 10 Monaten geschrieben aber aus irgendwelchen Gründen vergessen, ihn zu veröffentlichen.


Dann also nachträglich die fünf wichtigsten Punkte in Shanghai von zwei Seiten beleuchtet: Essen, Bier, Taxis, U-Bahn und die Straßenhändler.

Essen

Das Gute:
Man kann für 50cent in einem einfachen Lokal was essen gehen und gut satt werden.
In den Fastfood-Ketten zahlt man nur rund 2Euro für ein Menü.
Egal welchen Geschmack man hat, oder welche Art von Essen man ausprobieren möchte, hier in Shanghai gibt es auf jeden Fall das passende Restaurant. Ganz so billig kommt man dann zwar nicht mehr davon, aber es ist meist trotzdem noch preiswerter als in Deutschland. Die zwei ausgefallensten Sachen, die ich hier bisher gemacht habe, waren das Drehrestaurant im Radisson hoch oben über der Stadt und das Blind-Restaurant (Black Café), wo man in einem stockfinsteren Raum sein Mehrgängemenü zu sich nehmen darf … oder es zumindest versucht. ;)

Das Schlechte:
Chinesisches Kantinenessen ist schrecklich. Man kann es nur schlecht beschreiben, genau so schlecht, wie man es essen kann.
Hygienestandards (v.A. in den einfachen Lokalen) sind ganz andere als man gewohnt ist. Durchfall ist nichts wirklich Außergewöhnliches.
Aber man gewöhnt sich an alle Situationen und Umstände. Vielleicht schreibe ich auch deshalb: "Aber halb so wild. Geht schon irgendwie."

Bier

Das Gute:
Das Bier hier ist wirklich gut (vor allem "Tsing Tao"). Haben wohl irgendwo ein deutsches Rezept aufgeschnappt. ;)
Eine normale Bierflasche hat hier 600-640 ml Volumen. "Ein Bier" hat also leicht andere Dimensionen als in Deutschland.
Im Laden kostet eine Flasche 50-60cent. Im einfachen Lokal 80cent.

Das Schlechte:
In gehobeneren Lokalen/Clubs kostet eine Flasche dann aber gleich 5 Euro und dann haben die auf ein Mal auch von irgendwoher 250 ml Miniflaschen aus. Weizen findet man leider nur in speziellen Locations wie dem "Paulaner". Ob man dort aber das Geld für ein paar Weizen oder doch lieber für einen Kurzurlaub ausgibt, überlegt man sich wirklich zwei Mal.
Sehr verwirrend finde ich, wenn man beim Bestellen eines Bieres im Lokal gefragt wird, ob man es kalt oder warm haben möchte … Wer will denn schon freiwillig warmes Bier? Aber gut, die Chinesen mögen ja auch leicht erwärmtes Wasser zur Erfrischung. :?

Taxis

Das Gute:
Sie sind wirklich günstig. Man zahlt für die Entfernung und nicht wie in Deutschland üblich für die Zeit. Der Zweitzähler kommt nur dann zur Geltung, wenn man wirklich lange im Stau steht.
Tagsüber zahlt man etwa 30 Cent pro Kilometer. Nachts etwa 30% mehr. Da hier etwa 80% der Autos Taxis sind (alle VW Santana 2000 oder 3000), braucht man nur die Hand ausstrecken und ein Taxi hält an. Das ist seeehr praktisch.

Das Schlechte:
Das ist leider schon zu praktisch. Da es so einfach und billig ist, kommt man leicht in die Versuchung, es ständig zu nutzen, sodass man im Endeffekt doch wieder zu viel für Taxifahren ausgibt. ;)
Verkehrsregeln werden nur als grobe Vorgabe gesehen. Taxifahren ist fast schon so spannend wie eine Achterbahn. Wo eine Lücke ist, ist auch ein Weg. Ob die Lücke nun auf der Gegenspur oder auf dem Fußgängerweg ist, spielt auch keine große Rolle. Hupen und Fahren ist die Devise. Erstaunlicherweise passieren trotzdem kaum Unfälle. Sie passen einfach gut auf und schaffen es einfach nicht länger schnell zu fahren, da die Straßen nie wirklich frei sind.
Achja und wenn es regnet, kann man lange auf ein freies Taxi warten.

U-Bahn

Das Gute:
Die ist schnell, sie fährt alle 5 Minuten, sie ist billig und sie fährt in fast alle Ecken Shanghais.

Das Schlechte:
Zu den Hauptzeiten will man da nicht wirklich drin sein. Entweder man erstickt (und da bringt die eiskalte Klimaanlage auch nichts) oder man wird erdrückt.
Doof ist auch, dass nach 23Uhr keine U-Bahn mehr fährt. Gerade dann, wenn der Nachttarif der Taxis beginnt.

Straßenhändler

Das Gute:
Wenn es anfängt zu regnen, stehen immer gleich welche mit Schirmen für einen Euro da.
Die mobilen Obststände haben immer eine nette Auswahl an Früchten. Gezahlt wird im Normalfall 10cent für 100g, also z.B. 50cent für eine perfekt geschälte Ananas. Mjam. :)
Und sonst verkaufen die jede Menge Kitsch und Quatsch, aber ist im Vorbeilaufen trotzdem manchmal unterhaltsam irgendwelche zappelnden oder blinkenden Plüschtiere anzuschauen.

Das Schlechte:
Als Ausländer wird man grundsätzlich angequatscht um auf den Stand aufmerksam zu machen. Man kann das auf die Dauer als nervig empfinden oder es stellt sich eine Art Blockade ein, sodass man das gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Problematisch wird es dann, wenn man eigentlich in ein bestimmtes Restaurant wollte und dann doch noch kurz davor angequatscht wird, man soll doch in das Restaurant gehen, will man da irgendwie nicht mehr rein.
Diese "Watch-Bag-DVD?"-Typies auf den Touri-Straßen sind am nervigsten, weil dieser Satz wirklich schon fast alle 10 Meter von der Seite schallt.

Und ein Tipp zum Schluss: Wenn man die Leute nicht zu Ernst nimmt, macht das auch Spaß und nervt dann auch nicht wirklich. Falls einer mal wirklich nicht locker lässt, einfach ganz Ernst nach Dingen fragen, die er sicher nicht hat. "Cheese" ist da ganz gut geeignet. :D  

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